Studierendenschaft fordert mehr Mitbestimmung und Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags
Stellungnahme zur Evaluation des Hessischen Hochschulgesetzes an das Wissenschaftsministerium übermittelt
Die Studierendenschaft der Hochschule Darmstadt hat im Rahmen der Evaluation des Hessischen Hochschulgesetzes (HessHG) eine Stellungnahme an das Hessische Ministerium für Wissenschaft
und Forschung, Kunst und Kultur übermittelt. Darin formuliert sie drei zentrale Forderungen:
- Die Abschaffung des Verwaltungskostenbeitrags
- Die gesetzliche Verankerung einer studentischen Vizepräsidentschaft
- Die Aufnahme eines studentischen Mitglieds in den Hochschulrat.
50 Euro weniger pro Semester: Verwaltungskostenbeitrag abschaffen
Der Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 50 Euro pro Semester wurde 2004 eingeführt und finanziert Verwaltungsleistungen wie Immatrikulation und Studienberatung: Aufgaben, die zum
Kernbestand einer öffentlichen Hochschule gehören.
"Bayern hat diese versteckte Studiengebühr längst abgeschafft. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Hessen daran festhält, während die Semesterbeiträge insgesamt immer weiter steigen", so Ralph
Körner und Gabriel Becker, die die Stellungnahme im Auftrag der Studierendenschaft unterzeichnet
haben.
Studentische Vizepräsidentschaft: Marburg macht es vor
Die Studierendenschaft fordert eine Regelung, die es allen hessischen Hochschulen ermöglicht, eine
studentische Vizepräsidentschaft einzurichten. In Marburg ist das Modell seit Februar 2025 Realität: Lara Zieß wurde als erste studentische Vizepräsidentin ins Präsidium der Philipps-Universität gewählt. Bundesweit existiert das Amt bereits an Hochschulen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg.
Größte Statusgruppe ohne Stimme im Hochschulrat
Als besonders dringlich bewertet die Studierendenschaft die fehlende studentische Beteiligung im Hochschulrat. Dieses Gremium entscheidet über Studiengangsplanung, Budgets und die Bestellung des Präsidiums, ohne dass ein einziges studentisches Mitglied vertreten ist. „Studierende sind die größte Gruppe an jeder Hochschule. Dass sie in einem Gremium mit so weitreichenden Befugnissen keinerlei Repräsentanz haben, ist ein demokratisches Defizit", betonen Körner und Becker.
Die Studierendenschaft schlägt vor, mindestens ein studentisches Mitglied mit beratender Stimme in den Hochschulrat aufzunehmen.
Mehr studentische Sitze im Senat
Im Senat der Hochschule Darmstadt stehen derzeit 5 studentische Sitze 9 professoralen Sitzen gegenüber. Die Studierendenschaft fordert eine Erhöhung der Mindestzahl studentischer Sitze und die Möglichkeit für Hochschulen, in ihren Grundordnungen eine paritätischere Besetzung vorzusehen.
Hintergrund: Das HMWK hat die hessischen Hochschulen und Studierendenschaften aufgefordert, bis zum 31. März 2026 Erfahrungen und Änderungsbedarfe zum HessHG mitzuteilen. Auf Basis der Evaluation soll eine Novellierung des Gesetzes erfolgen.